2. Keramikkronen: Materialien und Eigenschaften
Woraus Keramikkronen bestehen
Keramikkronen basieren auf metallfreien Materialien, die speziell für verschiedene zahnmedizinische Anforderungen entwickelt wurden. Zu den beliebtesten Materialien zählen Zirkonoxid, Lithiumdisilikat, leuzit-verstärktes Glas und glasinfiltrierte Aluminiumoxid-Keramik. Jedes dieser Materialien hat seine eigenen Stärken und spezifischen Einsatzgebiete.
Zirkonoxid ist bekannt für seine außergewöhnliche Festigkeit und Bruchresistenz. Mit einer Belastbarkeit von 1.200–1.500 MPa übertrifft es die 150–200 MPa von Metall-Keramik-Kronen um ein Vielfaches. Diese Robustheit macht es ideal für Backenzähne oder als Gerüstmaterial bei Brücken. Zudem haben Zirkonkronen eine beeindruckende Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren.
Porzellan und Glaskeramik, insbesondere Lithiumdisilikat, punkten mit ihrer natürlichen Lichtdurchlässigkeit und Ästhetik. Diese Materialien ahmen den Zahnschmelz nahezu perfekt nach und eignen sich hervorragend für Frontzahnkronen. Die präzise Anpassung an den Zahnfarbton sorgt für ein harmonisches Erscheinungsbild. Vollkeramikkronen aus Glaskeramik halten im Schnitt 10 bis 15 Jahre.
Die Herstellung moderner Keramikkronen erfolgt häufig mittels CAD/CAM-Technologie. Dabei werden die Kronen digital entworfen und entweder aus Keramikblöcken gefräst oder im 3D-Druckverfahren erstellt. Diese Technologien garantieren eine hohe Präzision und ermöglichen in manchen Fällen sogar eine sofortige Versorgung.
Vorteile von Keramikkronen
Keramikkronen bieten eine beeindruckende Ästhetik dank ihrer natürlichen Lichtdurchlässigkeit. Das Licht kann durch das Material hindurchscheinen, ähnlich wie bei echtem Zahnschmelz, wodurch eine lebensechte Tiefenwirkung entsteht. Zudem entfällt der unschöne dunkle Rand, der bei Metall-Keramik-Kronen oft am Zahnfleischsaum sichtbar wird.
Die Biokompatibilität ist ein weiterer großer Vorteil. Da Keramiken komplett metallfrei sind, eignen sie sich hervorragend für Menschen mit Metallallergien oder -empfindlichkeiten. Außerdem bieten die glatten, polierten Oberflächen weniger Angriffsfläche für Bakterien und Plaque, was die Gesundheit des Zahnfleisches fördert.
Ein zusätzlicher Pluspunkt: Keramik leitet Temperaturen nicht wie Metall. Das bedeutet, dass Patienten weniger empfindlich auf heiße oder kalte Speisen und Getränke reagieren. Besonders Lithiumdisilikat-Kronen überzeugen mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 96,6 %, was ihre Zuverlässigkeit und Langlebigkeit unterstreicht.