5. Haltbarkeit verbessern: Saugwirkung und Implantat-Optionen
Ein sicher sitzender Zahnersatz ist entscheidend für Komfort und Selbstbewusstsein - sei es beim Essen, Sprechen oder Lachen. Aufbauend auf den zuvor besprochenen Befestigungsarten und Kosten, werfen wir hier einen Blick auf Alternativen, die zusätzliche Stabilität bieten. Während herkömmliche Prothesen oft auf Haftcremes angewiesen sind, bieten Saugprothesen und implantatgetragene Systeme deutlich mehr Halt. Interessant: Etwa 85 % der Patienten haben die anatomischen Voraussetzungen für eine Saugprothese, die ohne chirurgischen Eingriff auskommt.
Saugprothesen
Saugprothesen funktionieren durch ein Vakuum, das zwischen Prothese und Zahnfleisch entsteht. Sie sind eine nicht-invasive Option, da keine Operation erforderlich ist, und können direkt eingesetzt werden. Die Eingewöhnungszeit ist kurz, was sie besonders praktisch macht. Allerdings hängt der Erfolg stark von der Kieferform ab - ein flacher oder stark zurückgebildeter Kiefer kann die Haftung beeinträchtigen. Für Menschen, die keine Implantate möchten oder dafür nicht geeignet sind, stellen Saugprothesen eine ausgezeichnete Wahl dar.
"Saugprothesen sind die beste Art von Prothesen für diejenigen, die eine sichere und komfortable Passform wünschen, aber nicht für implantatgetragene Prothesen geeignet sind." - Kevin Manners Denture Clinics
Implantatgetragene Prothesen: Locator- und All-on-4-Systeme
Für maximale Stabilität und Funktionalität bieten implantatgetragene Prothesen eine hervorragende Alternative. Hierbei werden Implantate chirurgisch in den Kieferknochen eingesetzt, wo sie sich innerhalb von drei bis sechs Monaten fest mit dem Knochen verbinden (Osseointegration). Diese Methode sorgt für einen sicheren Halt, wodurch die Prothese nicht verrutscht.
- Locator-Systeme: Diese "Druckknopf-Prothesen" lassen sich leicht herausnehmen, z. B. zur Reinigung, sitzen jedoch beim Essen und Sprechen fest.
- All-on-4-System: Hierbei werden vier Implantate strategisch pro Kiefer eingesetzt, um eine festsitzende Vollprothese zu tragen. Oftmals ist diese Lösung auch ohne umfangreichen Knochenaufbau möglich.
Ein spürbarer Vorteil: Während herkömmliche Prothesen nur 10-20 % der natürlichen Kaukraft zurückgeben, ermöglichen implantatgetragene Systeme bis zu 70 %. Außerdem kann die obere Prothese so gestaltet werden, dass der Gaumen frei bleibt - das fördert den Geschmackssinn und verbessert das Temperaturempfinden. Mit einer Erfolgsrate von über 95 % und einer Haltbarkeit von 15 bis 25 Jahren bei guter Pflege sind Implantate eine langfristige Investition.
Kosten: Die Preise variieren je nach System und Aufwand:
- Kosten: Ein einzelnes Implantat kostet zwischen 1.800 EUR und 3.400 EUR.
- Kosten: Herausnehmbare Locator-Prothesen auf zwei Implantaten beginnen bei etwa 2.500 EUR pro Kiefer.
- Kosten: Festsitzende All-on-4-Lösungen bewegen sich zwischen 15.000 EUR und 30.000 EUR pro Kiefer.
Sollte ein Knochenaufbau notwendig sein, kommen zusätzliche Kosten von 1.300 EUR bis 3.200 EUR hinzu. Eine 3D-Röntgenaufnahme hilft, die Knochendichte zu prüfen und die Planung zu optimieren.
Mit diesen modernen Verankerungssystemen lassen sich individuelle Bedürfnisse an Komfort und Funktionalität optimal erfüllen.