3. Voraussetzungen für eine Zahnbrücke
Nicht jeder Patient kommt für eine Zahnbrücke infrage – der Zahnarzt prüft sorgfältig die medizinischen und zahnärztlichen Gegebenheiten durch Röntgenaufnahmen und klinische Untersuchungen. Abhängig vom gewählten Brückentyp müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein, um eine stabile und langlebige Versorgung sicherzustellen.
Gesunde Pfeilerzähne
Die Nachbarzähne der Zahnlücke spielen eine zentrale Rolle bei der Stabilität der Brücke. Sie müssen stabil, kariesfrei und mit starken Wurzeln ausgestattet sein, um den Belastungen des Kauens standzuhalten. Außerdem ist ausreichend intakte Zahnsubstanz erforderlich, da die Pfeilerzähne für die Aufnahme der Kronen beschliffen werden müssen. Sind diese Zähne geschwächt oder beschädigt, können sie die Brücke nicht sicher tragen – in solchen Fällen könnten Implantate oder Teilprothesen eine Alternative sein.
„Die Nachbarzähne der Zahnlücke müssen gesund und kräftig genug sein, um die Brücke zu tragen. Die Pfeilerzähne sollten kariesfrei sein." – Dr. Elisa Jurianz, Zahnärztin
Brücken eignen sich besonders dann, wenn die Nachbarzähne bereits überkront sind oder ohnehin eine Krone benötigen, da keine unberührte Zahnsubstanz geopfert werden muss. Zudem wird ein voll entwickelter Kiefer ab etwa 18 Jahren empfohlen, da das Risiko von Komplikationen beim Beschleifen dann geringer ist.
Parodontale Gesundheit
Gesundes Zahnfleisch und entzündungsfreies Gewebe sind essenziell für den Erfolg einer Zahnbrücke. Erkrankungen wie Parodontitis oder Gingivitis müssen vor der Behandlung vollständig ausgeheilt werden, da entzündetes Zahnfleisch die Stabilität der Brücke beeinträchtigen kann. Auch Infektionen im Kieferknochen oder an den Zahnwurzeln müssen vorab behandelt werden, beispielsweise durch eine Wurzelkanalbehandlung.
„Wenn die Voruntersuchung zeigt, dass beispielsweise der Kieferknochen oder die Zahnwurzeln entzündet sind, müssen diese Beschwerden zunächst behandelt werden, bevor eine Zahnbrücke angefertigt werden kann." – Gerhard W. Koch, Zahnarzt
Darüber hinaus ist eine konsequente Mundhygiene unerlässlich. Der Bereich unter dem Brückenglied muss gründlich gereinigt werden, um Karies und Entzündungen vorzubeugen. Ohne ausreichende Pflege kann die Brücke ihre Funktion vorzeitig verlieren.
Knochenstruktur für Implantate
Für implantatgetragene Brücken ist eine ausreichende Knochendichte und -volumen im Kiefer notwendig, damit die Implantate sicher verankert werden können. Der Zahnarzt überprüft dies mithilfe von Röntgenbildern oder 3D-Scans (DVT). Ist das Knochenangebot nicht ausreichend, kann ein Knochenaufbau erforderlich sein, was die Behandlungskosten deutlich erhöht. Bei traditionellen Brücken spielt die Knochenstruktur zwar keine Rolle bei der anfänglichen Platzierung, jedoch kann es langfristig zu Knochenschwund unter der Zahnlücke kommen, da der Bereich nicht mehr physiologisch belastet wird.