2. Was sind Aphten und andere Entzündungen im Mund?
Aphten, auch bekannt als aphthöse Geschwüre, sind schmerzhafte, nicht ansteckende Entzündungen der Mundschleimhaut. Sie treten als runde oder ovale Wunden auf, die ein weißliches oder gelbliches Zentrum besitzen, umgeben von einem roten, leicht erhabenen Rand. Das Zentrum besteht aus einem schützenden Proteinfilm (Fibrin) und nicht aus Eiter.
Oft kündigen sich Aphten durch ein Kribbeln oder Brennen an, bevor sie sichtbar werden. Sobald sie vollständig ausgebildet sind, können sie besonders beim Essen, Sprechen oder bei Kontakt mit sauren und scharfen Speisen erhebliche Schmerzen verursachen. Sie entstehen häufig an der Innenseite der Wangen, den Lippen, den Zungenrändern oder am Zahnfleisch.
Es ist wichtig, Aphten von anderen Munderkrankungen zu unterscheiden. Herpes etwa ist ansteckend und beginnt mit Bläschen. Zahnfleischentzündungen zeigen sich durch Rötungen und Blutungen, während Mundsoor als flächiger weißer Belag auftritt.
Arten von Aphten
Es gibt drei Haupttypen von Aphten, die sich in Größe, Häufigkeit und Heilungsdauer unterscheiden:
- Minor-Aphten (Mikulicz-Typ): Diese machen 80 % bis 90 % der Fälle aus. Sie sind kleiner als 5 mm, treten einzeln oder in kleinen Gruppen auf und heilen innerhalb von 1 bis 2 Wochen ohne Narbenbildung ab.
- Major-Aphten (Sutton-Typ): Diese Form ist seltener (etwa 10 % der Fälle) und deutlich unangenehmer. Die Geschwüre können bis zu 3 cm groß werden, starke Schmerzen verursachen und bis zu 4 Wochen benötigen, um zu heilen. Oft bleiben Narben zurück.
- Herpetiforme Aphten: Diese seltenste Form (5 % bis 10 % der Fälle) ähnelt Herpesbläschen, wird jedoch nicht durch Herpesviren ausgelöst. Sie erscheinen als winzige Geschwüre (1 bis 2 mm) in Gruppen von bis zu 100 Stück.
Häufige Ursachen
Die genauen Ursachen von Aphten sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt eine Reihe von bekannten Auslösern:
- Mechanische Reizungen: Verletzungen durch Beißen, scharfkantige Lebensmittel oder Zahnspangen sind häufige Ursachen.
- Stress und Schlafmangel: Diese Faktoren schwächen das Immunsystem und können Aphten begünstigen.
- Nährstoffmängel: Ein Mangel an Vitamin B12, Eisen oder Folsäure wird oft mit wiederkehrenden Aphten in Verbindung gebracht.
- Hormonelle Schwankungen: Besonders bei Frauen während des Menstruationszyklus können Aphten auftreten.
- Lebensmittelunverträglichkeiten: Manche Menschen reagieren empfindlich auf Nüsse, Tomaten, Schokolade oder Zitrusfrüchte.
- Natriumlaurylsulfat (SLS): Dieser Inhaltsstoff in Zahnpasten kann die Mundschleimhaut reizen und Aphten fördern.
- Genetische Veranlagung: Etwa 40 % der Fälle scheinen erblich bedingt zu sein.
In seltenen Fällen können wiederkehrende, schwere Aphten ein Hinweis auf chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder Morbus Behçet sein.