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Aphten & Entzündungen im Mund: was ist harmlos, was nicht? Meist harmlos, aber schmerzhaft

Aphten heilen in 1–2 Wochen von selbst – bei Größe über 1 cm, Fieber oder häufigem Auftreten ist ein Arztbesuch wichtig

Das Wichtigste in Kürze

  • check Aphten sind kleine, schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut, die nicht ansteckend sind und meist von selbst heilen.
  • check Etwa 85% aller Aphten sind Minor-Aphten unter 5 mm, die innerhalb von 7–14 Tagen ohne Narben abheilen.
  • check Häufige Auslöser sind Stress, Vitaminmangel (B12, Eisen, Folsäure), Verletzungen und hormonelle Schwankungen.
  • check Hausmittel wie Salbei-Tinkturen und Kamillenlösungen lindern die Beschwerden, Lokalanästhetika betäuben den Schmerz.
  • check Bei Aphten größer als 1 cm, Heilungsdauer über 14 Tage oder systemischen Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Aphten & Entzündungen im Mund: was ist harmlos, was nicht?
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Inhaltsverzeichnis

1. Was bei Aphten wirklich hilft – und wann es ernst wird

Aphten sind kleine, schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut, die meist harmlos sind und innerhalb von 1–2 Wochen abheilen. Sie treten oft einzeln oder in Gruppen auf, sind nicht ansteckend und können durch Stress, Verletzungen, Vitaminmangel oder hormonelle Schwankungen ausgelöst werden. In seltenen Fällen können sie jedoch auf ernstere Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Morbus Behçet hinweisen.

Wichtige Fakten:

  • Häufigkeit: Etwa 10 % der Menschen sind betroffen.
  • Typen: Minor-Aphten (klein, heilen schnell), Major-Aphten (größer, hinterlassen Narben), herpetiforme Aphten (sehr schmerzhaft, selten).
  • Ursachen: Mechanische Reizungen, Stress, Nährstoffmangel, genetische Veranlagung.
  • Warnzeichen: Aphten >1 cm, Heilung dauert länger als 14 Tage, Begleitsymptome wie Fieber oder geschwollene Lymphknoten.

Behandlung:

  • Hausmittel: Salbei- oder Kamillenlösungen, Eiswürfel.
  • Apotheken-Produkte: Lokalanästhetika (z. B. Lidocain), Hyaluronsäure-Gele, Chlorhexidin-Mundspülungen.
  • Wann zum Arzt: Bei großen, hartnäckigen Aphten oder systemischen Beschwerden.

Tipp: Vermeiden Sie scharfe und saure Speisen, nutzen Sie SLS-freie Zahnpasta und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.

2. Was sind Aphten und andere Entzündungen im Mund?

Aphten, auch bekannt als aphthöse Geschwüre, sind schmerzhafte, nicht ansteckende Entzündungen der Mundschleimhaut. Sie treten als runde oder ovale Wunden auf, die ein weißliches oder gelbliches Zentrum besitzen, umgeben von einem roten, leicht erhabenen Rand. Das Zentrum besteht aus einem schützenden Proteinfilm (Fibrin) und nicht aus Eiter.

Oft kündigen sich Aphten durch ein Kribbeln oder Brennen an, bevor sie sichtbar werden. Sobald sie vollständig ausgebildet sind, können sie besonders beim Essen, Sprechen oder bei Kontakt mit sauren und scharfen Speisen erhebliche Schmerzen verursachen. Sie entstehen häufig an der Innenseite der Wangen, den Lippen, den Zungenrändern oder am Zahnfleisch.

Es ist wichtig, Aphten von anderen Munderkrankungen zu unterscheiden. Herpes etwa ist ansteckend und beginnt mit Bläschen. Zahnfleischentzündungen zeigen sich durch Rötungen und Blutungen, während Mundsoor als flächiger weißer Belag auftritt.

Arten von Aphten

Es gibt drei Haupttypen von Aphten, die sich in Größe, Häufigkeit und Heilungsdauer unterscheiden:

  • Minor-Aphten (Mikulicz-Typ): Diese machen 80 % bis 90 % der Fälle aus. Sie sind kleiner als 5 mm, treten einzeln oder in kleinen Gruppen auf und heilen innerhalb von 1 bis 2 Wochen ohne Narbenbildung ab.
  • Major-Aphten (Sutton-Typ): Diese Form ist seltener (etwa 10 % der Fälle) und deutlich unangenehmer. Die Geschwüre können bis zu 3 cm groß werden, starke Schmerzen verursachen und bis zu 4 Wochen benötigen, um zu heilen. Oft bleiben Narben zurück.
  • Herpetiforme Aphten: Diese seltenste Form (5 % bis 10 % der Fälle) ähnelt Herpesbläschen, wird jedoch nicht durch Herpesviren ausgelöst. Sie erscheinen als winzige Geschwüre (1 bis 2 mm) in Gruppen von bis zu 100 Stück.

Häufige Ursachen

Die genauen Ursachen von Aphten sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt eine Reihe von bekannten Auslösern:

  • Mechanische Reizungen: Verletzungen durch Beißen, scharfkantige Lebensmittel oder Zahnspangen sind häufige Ursachen.
  • Stress und Schlafmangel: Diese Faktoren schwächen das Immunsystem und können Aphten begünstigen.
  • Nährstoffmängel: Ein Mangel an Vitamin B12, Eisen oder Folsäure wird oft mit wiederkehrenden Aphten in Verbindung gebracht.
  • Hormonelle Schwankungen: Besonders bei Frauen während des Menstruationszyklus können Aphten auftreten.
  • Lebensmittelunverträglichkeiten: Manche Menschen reagieren empfindlich auf Nüsse, Tomaten, Schokolade oder Zitrusfrüchte.
  • Natriumlaurylsulfat (SLS): Dieser Inhaltsstoff in Zahnpasten kann die Mundschleimhaut reizen und Aphten fördern.
  • Genetische Veranlagung: Etwa 40 % der Fälle scheinen erblich bedingt zu sein.

In seltenen Fällen können wiederkehrende, schwere Aphten ein Hinweis auf chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder Morbus Behçet sein.

3. Harmlose Fälle vs. Warnzeichen

Die meisten Aphten sind unproblematisch – kleine Läsionen unter 1 cm, die innerhalb von 7 bis 14 Tagen ohne Narben abheilen. Rund 85 % der Fälle fallen in die Kategorie „Minor-Aphten" und erfordern keine ärztliche Behandlung.

Merkmale harmloser Aphten

Harmlose Aphten sind meist zwischen 2 und 5 mm groß, bleiben unter 1 cm und treten einzeln oder in kleinen Gruppen von 1 bis 4 Stück auf. Sie haben ein weißlich-gelbes Zentrum mit einem leicht geröteten Rand. Der Schmerz klingt oft nach 3 bis 5 Tagen ab, und die Heilung erfolgt vollständig innerhalb von 7 bis 14 Tagen – ohne Narben.

Ein wichtiger Punkt: Bei harmlosen Aphten gibt es keine systemischen Beschwerden. Es treten weder Fieber noch geschwollene Lymphknoten oder allgemeines Unwohlsein auf.

Wann Sie aufmerksam werden sollten

Eine Aphte, die größer als 1 cm ist, tief in die Schleimhaut eindringt oder nach 14 Tagen nicht verheilt, erfordert einen Arztbesuch. Begleitende Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, anhaltender Mundgeruch oder Schluckbeschwerden sind ebenfalls Warnzeichen.

Merkmal Harmlose Aphten Warnzeichen
Größe 2–5 mm (< 1 cm) > 1 cm (bis 3 cm)
Heilungsdauer 7–14 Tage Über 2 Wochen
Narbenbildung Keine Häufig
Fieber Nein Möglich
Lymphknoten Normal Geschwollen
Weitere Symptome Keine Mundgeruch, Müdigkeit, Gelenkschmerzen

4. Linderungsmethoden und Selbstbehandlung

Um die zuvor beschriebenen harmlosen Symptome zu lindern, können einfache Maßnahmen helfen, Schmerzen zu reduzieren, Entzündungen einzudämmen und die Heilung zu fördern.

Hausmittel

Natürliche Mittel können schnell Abhilfe schaffen. Tinkturen aus Salbei, Myrrhe, Tormentill oder Ratanhiawurzel wirken entzündungshemmend und antimikrobiell. Tragen Sie diese unverdünnt mehrmals täglich auf die betroffene Stelle auf. Auch Kamillenlösungen wie Kamillosan oder wässrige Salbeilösungen eignen sich hervorragend zum Spülen, da sie die Schleimhaut beruhigen.

Ein einfaches Mittel zur Schmerzlinderung ist der Einsatz von Eiswürfeln. Lassen Sie einen Eiswürfel langsam im Mund schmelzen oder halten Sie ihn direkt an die schmerzende Stelle, um eine vorübergehende Betäubung zu erreichen. Darüber hinaus kann der Wechsel zu SLS-freier Zahnpasta helfen, Reizungen zu vermeiden.

Apotheken-Produkte

In der Apotheke gibt es verschiedene Produkte, die gezielt Schmerzen lindern und die Heilung unterstützen. Lokalanästhetika wie Lidocain, Benzocain oder Polidocanol betäuben die betroffene Stelle sofort, was besonders vor den Mahlzeiten hilfreich ist, um schmerzfrei essen zu können.

Hyaluronsäure-Sprays und Gele bilden einen schützenden Film über der Aphte, der sie vor äußeren Reizen abschirmt. Für die Desinfektion des Mundraums eignen sich Chlorhexidin-Mundspülungen, die bakterielle Sekundärinfektionen verhindern.

5. Wann zum Arzt gehen

Nicht jede Aphte erfordert sofort ärztliche Hilfe. Doch wenn eine Läsion länger als 14 Tage nicht abheilt oder größer als 1 cm im Durchmesser ist, sollte ein Arzt konsultiert werden. Besonders große Aphten (Major-Typ) können tief in die Schleimhaut eindringen und Narben hinterlassen.

Systemische Symptome wie hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten oder starke Erschöpfung weisen darauf hin, dass die Entzündung nicht nur lokal begrenzt ist. Auch bei Schluck- oder Atembeschwerden ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

Medizinische Behandlungsmöglichkeiten

In schweren Fällen stehen verschiedene medizinische Therapien zur Verfügung. Kortisonhaltige Pasten mit Wirkstoffen wie Triamcinolonacetonid, Prednisolon oder Clobetasol werden direkt auf die Aphte aufgetragen, um die Entzündung zu lindern.

Behandlungsart Wirkstoffe/Beispiele Ziel
Kortikosteroide Triamcinolon, Prednisolon Entzündung reduzieren, Immunreaktion dämpfen
Lokalanästhetika Lidocain, Benzocain Sofortige Schmerzlinderung durch Betäubung
Antiseptika Chlorhexidin, Hexetidin Keime bekämpfen, Sekundärinfektionen verhindern
Antibiotika Tetracyclin (Spülungen) Behandlung bakterieller Entzündungen
Systemische Therapie Prednisolon (oral), Colchicin Behandlung schwerer Fälle oder systemischer Beteiligung

Treten Aphten häufig auf – etwa mehrmals im Jahr – könnte dies auf chronische Erkrankungen wie Morbus Behçet oder Morbus Crohn hinweisen. Nicht heilende Wunden oder Taubheitsgefühle könnten auf Mundkrebs hindeuten.

6. Fazit: Umgang mit Aphten und Mundentzündungen

Die meisten Aphten sind klein und heilen innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab, ohne Narben zu hinterlassen. Oft genügen milde Hausmittel oder rezeptfreie Gele, um die Beschwerden zu lindern.

Sollte eine Läsion jedoch länger als 14 Tage bestehen, größer als 1 cm sein oder immer wieder auftreten, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Warnzeichen wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, Schluckbeschwerden oder zusätzliche Geschwüre an Augen oder Genitalien erfordern sofortige medizinische Abklärung.

Eine gründliche Mundhygiene spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Weiche Zahnbürsten, alkoholfreie Mundspülungen und der Verzicht auf Reizstoffe wie scharfe Speisen, Alkohol oder Nikotin fördern die Heilung und verhindern neue Entzündungen. Wiederkehrende Beschwerden könnten auf Nährstoffmängel hinweisen, insbesondere bei Vitamin B12, Eisen oder Folsäure.

Wer aufmerksam auf die Signale seines Körpers reagiert und bei Unsicherheiten frühzeitig einen Arzt aufsucht, kann ernsthafte Probleme vermeiden und die Mundgesundheit langfristig erhalten.

7. Häufig gestellte Fragen

Aphten sind kleine, schmerzhafte Geschwüre, die oft an der Innenseite der Wangen, auf der Zunge oder am Zahnfleisch auftreten. Sie haben eine weißlich-rote Färbung und sind zwar unangenehm, aber nicht ansteckend. In der Regel verschwinden sie von selbst innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Herpesbläschen, verursacht durch das Herpes-simplex-Virus, sind hingegen hoch ansteckend. Sie treten meist in Gruppen auf und entwickeln sich von einem anfänglichen Kribbeln zu schmerzhaften Bläschen, die später verkrusten.

Mundsoor ist eine Pilzinfektion, die sich durch weißliche, leicht abwischbare Beläge auf der Schleimhaut zeigt. Auch Mundsoor ist ansteckend und erfordert eine gezielte Behandlung.

Aphten sind in der Regel unbedenklich, doch es gibt Situationen, in denen ein Arztbesuch unverzichtbar ist. Sie sollten medizinischen Rat einholen, wenn:

  • Aphten länger als zwei Wochen bestehen bleiben oder sich verschlechtern.
  • Sie außergewöhnlich groß sind, extreme Schmerzen verursachen oder immer wiederkehren.
  • Begleiterscheinungen wie Fieber, geschwollene Lymphknoten oder allgemeines Unwohlsein auftreten.

Aphten im Mund können unangenehm sein, aber es gibt einige einfache Hausmittel, die helfen können. Eine Salzwasser-Spülung ist eine bewährte Methode, da sie entzündungshemmend wirkt und Schmerzen lindert. Ebenso kann das Gurgeln mit Kamillentee beruhigend auf die Schleimhäute wirken. Ein weiteres Mittel ist Honig: Dank seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften kann er direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

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