4,9 auf Google

Kreidezähne (MIH): Ursachen und Behandlung Brüchige Zähne bei Kindern richtig schützen

Jedes siebte Kind ist betroffen. Fluoridlack, Versiegelungen und Kronen helfen, die Zähne langfristig zu erhalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • check MIH ist eine Schmelzbildungsstörung, die vor allem die ersten bleibenden Backenzähne und Schneidezähne betrifft.
  • check Etwa jedes siebte Kind hat Kreidezähne. Die Zähne sind porös, verfärbt und oft empfindlich bei Wärme, Kälte oder Süßem.
  • check Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden Umweltschadstoffe und Erkrankungen im Kleinkindalter.
  • check Die Behandlung reicht von Fluoridlack und Versiegelungen über Füllungen bis zu Kronen, je nach Schweregrad der Erkrankung.
  • check Versiegelungen und Fluoridlack sind bei Kindern Kassenleistungen. Eine Zahnzusatzversicherung hilft bei aufwändigeren Therapien.
Kreidezähne (MIH): Ursachen und Behandlung
Privadent Logo

Ihr unabhängiger Versicherungsvergleich

Über 150 Tarife im Vergleich

allianz Logo
astra Logo
barmenia Logo
bayerische Logo
concordia Logo
dfv Logo
dkv Logo
gothaer Logo
hm-logo Logo
janitos Logo
lkh Logo
mv Logo
nuernberger Logo
sdk Logo
stuttgarter Logo
ukv Logo
vigo Logo
vkb Logo
ww Logo

Inhaltsverzeichnis

Wenn der Zahnschmelz nicht richtig entsteht

Etwa jedes siebte Kind in Deutschland hat sogenannte Kreidezähne. Der Fachbegriff lautet Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, kurz MIH. Dabei bildet sich der Zahnschmelz der bleibenden Zähne nicht richtig aus. Die betroffenen Zähne sind porös, verfärbt und oft schmerzempfindlich. Für Eltern ist die Diagnose zunächst verunsichernd. Doch mit dem richtigen Wissen lassen sich die Folgen von Kreidezähnen gut beherrschen.

Dieser Ratgeber erklärt, was Kreidezähne genau sind, welche Ursachen diskutiert werden, wie Sie die Symptome erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Zudem erfahren Sie, was Sie bei der täglichen Zahnpflege beachten können.

1. Was sind Kreidezähne (MIH)?

Kreidezähne bezeichnen eine Störung der Zahnschmelzbildung, die vor allem die ersten bleibenden Backenzähne (Sechsjahrmolaren) und die vorderen Schneidezähne betrifft. Der medizinische Fachbegriff lautet Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH). Bei dieser Erkrankung lagert der Körper während der Zahnentwicklung zu wenige Mineralien in den Zahnschmelz ein. Dadurch bleibt der Schmelz weich und porös, anstatt hart und widerstandsfähig zu werden.

Der Name Kreidezähne kommt daher, dass die betroffenen Zahnoberflächen so weich und bröckelig sind, dass sie an Kreide erinnern. Während gesunder Zahnschmelz die härteste Substanz des menschlichen Körpers ist, kann MIH-Zahnschmelz bereits unter normaler Kaubelastung absplittern oder brechen.

Welche Zähne sind betroffen?

MIH betrifft in der Regel die vier Sechsjahrmolaren und die bleibenden Schneidezähne. Dabei müssen nicht immer alle Zähne gleichzeitig betroffen sein. Die Ausprägung kann von Zahn zu Zahn unterschiedlich stark ausfallen. In manchen Fällen zeigt nur ein einzelner Backenzahn Veränderungen, während in schweren Fällen alle acht Zähne betroffen sein können.

Die Schmelzbildung dieser Zähne findet zwischen dem achten Schwangerschaftsmonat und dem vierten Lebensjahr statt. Die Störung muss also in diesem Zeitraum aufgetreten sein. Sobald der Zahnschmelz fertig mineralisiert ist, kann MIH nicht mehr neu entstehen.

2. Wie entstehen Kreidezähne?

Die genauen Ursachen von Kreidezähnen sind bislang nicht abschließend geklärt. Die Forschung geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus, die während der Zahnschmelzbildung auf den Körper einwirken. Da die Mineralisation der betroffenen Zähne zwischen dem letzten Schwangerschaftsmonat und dem vierten Lebensjahr stattfindet, liegen die möglichen Auslöser in genau diesem Zeitfenster.

Diskutierte Risikofaktoren

  • Umweltschadstoffe: Dioxine und Weichmacher wie Bisphenol A stehen im Verdacht, die Zahnschmelzbildung zu stören. Sie gelangen etwa über Nahrung oder Plastikprodukte in den Körper.
  • Komplikationen in Schwangerschaft und Geburt: Probleme im letzten Schwangerschaftsmonat, Frühgeburten oder Sauerstoffmangel bei der Geburt werden als mögliche Auslöser untersucht.
  • Erkrankungen im Kleinkindalter: Häufige Atemwegsinfekte, hohes Fieber und Windpocken in den ersten Lebensjahren könnten die Schmelzentwicklung beeinträchtigen.
  • Medikamente und Nährstoffmangel: Die Einnahme bestimmter Antibiotika sowie ein Vitamin-D-Mangel in der frühen Kindheit werden ebenfalls als Risikofaktoren diskutiert.

Wichtig zu wissen: Die Ernährung des Kindes oder die Zahnpflege in den ersten Lebensjahren verursachen keine Kreidezähne. MIH entsteht durch Störungen während der Zahnschmelzbildung und ist nicht die Folge von mangelnder Mundhygiene oder zu viel Zucker.

3. Symptome und Schweregrade von MIH

Kreidezähne zeigen sich durch charakteristische Veränderungen, die in der Regel beim Durchbrechen der bleibenden Zähne sichtbar werden. Die Symptome reichen von leichten Verfärbungen bis hin zu starkem Substanzverlust.

Typische Anzeichen

  • Verfärbungen: Scharf begrenzte Flecken in weiß-gelblicher bis bräunlicher Farbe auf den Zahnoberflächen. Je dunkler die Flecken, desto poröser ist der Zahnschmelz.
  • Raue Oberfläche: Die betroffenen Stellen fühlen sich rau und uneben an, da der Zahnschmelz nicht gleichmäßig ausgebildet ist.
  • Schmerzempfindlichkeit: Viele betroffene Kinder reagieren empfindlich auf heiße, kalte oder süße Speisen. Auch das Zähneputzen kann schmerzhaft sein.
  • Brüchiger Zahnschmelz: In schweren Fällen kann der Zahnschmelz unter normaler Belastung absplittern oder abbrechen.

Die drei Schweregrade

  • Leichte MIH: Nur Verfärbungen ohne Substanzverlust und ohne erhöhte Schmerzempfindlichkeit. Die Zähne sind funktionell kaum eingeschränkt.
  • Mittlere MIH: Substanzdefekte am Zahnschmelz oder erhöhte Schmerzempfindlichkeit. Eine zahnärztliche Behandlung ist in der Regel notwendig.
  • Schwere MIH: Deutlicher Substanzverlust kombiniert mit Schmerzempfindlichkeit. Der Zahnschmelz kann großflächig abplatzen und die Zähne benötigen umfassende Versorgung.

4. Wie läuft die Behandlung bei Kreidezähnen ab?

Die Behandlung von Kreidezähnen richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Das Ziel ist, die betroffenen Zähne zu schützen, Schmerzen zu lindern und den Zahnschmelz so lange wie möglich zu erhalten.

Behandlung nach Schweregrad

  • Fluoridlack: Bei leichten Formen trägt der Zahnarzt alle drei bis sechs Monate einen hochkonzentrierten Fluoridlack auf die betroffenen Zähne auf. Das stärkt den geschwächten Zahnschmelz und schützt vor Karies.
  • Versiegelung: Die Kauflächen der betroffenen Backenzähne werden mit einem Kunststoff versiegelt. So entsteht eine Schutzschicht, die das Eindringen von Bakterien verhindert.
  • Füllungen: Wenn bereits Zahnsubstanz verloren gegangen ist, verschließt der Zahnarzt die beschädigten Stellen mit speziellen Füllmaterialien wie Glasionomer-Zement oder Komposit.
  • Kronen: Bei stark geschädigten Zähnen kann eine Überkronung notwendig sein. Bei Kindern kommen häufig Stahlkronen zum Einsatz, die den Zahn vollständig umschließen und schützen.
  • Extraktion: In sehr schweren Fällen kann der betroffene Zahn nicht mehr erhalten werden. In Absprache mit einem Kieferorthopäden kann die Lücke anschließend kieferorthopädisch geschlossen werden.

Die Fissurenversiegelung der großen Backenzähne ist bei Kindern bis 18 Jahre eine Kassenleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch Fluoridlack-Behandlungen werden in der Regel zweimal jährlich von der Kasse übernommen.

5. Prävention und Pflege bei MIH

Da die Ursachen von MIH nicht vollständig bekannt sind, lässt sich die Erkrankung nicht sicher verhindern. Umso wichtiger ist es, betroffene Zähne bestmöglich zu schützen und weitere Schäden zu vermeiden.

  • Sorgfältige Zahnpflege: Zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen. Ab dem Schulalter eignet sich Zahnpasta mit 1.000 bis 1.500 ppm Fluorid.
  • Fluoridgel: Einmal pro Woche kann ein Fluoridgel zusätzlich aufgetragen werden, um den Zahnschmelz zu stärken.
  • Zahngesunde Ernährung: Ausreichend Calcium und Vitamin D unterstützen die Zahnhärte. Zucker- und säurehaltige Speisen und Getränke sollten Sie begrenzen.
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche: Bei MIH-Kindern empfehlen Zahnärzte Kontrollen alle drei bis sechs Monate, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

6. Fazit: Kreidezähne früh erkennen und behandeln

Kreidezähne (MIH) gehören zu den häufigsten Zahnschmelzstörungen bei Kindern. Etwa jedes siebte Kind in Deutschland ist betroffen. Die genauen Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt, doch die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und gut erforscht.

Je früher Kreidezähne erkannt werden, desto besser lassen sich die betroffenen Zähne schützen. Fluoridlack, Versiegelungen und bei Bedarf Füllungen oder Kronen helfen, die Zähne langfristig zu erhalten. Regelmäßige Zahnarztbesuche, eine gute Mundhygiene und zahngesunde Ernährung bilden die Grundlage für den bestmöglichen Schutz. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, wenn Sie bei Ihrem Kind Verfärbungen oder Schmerzempfindlichkeit an den bleibenden Zähnen bemerken.

7. Häufige Fragen zu Kreidezähnen

MIH steht für Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation. Es handelt sich um eine Störung der Zahnschmelzbildung, die vor allem die ersten bleibenden Backenzähne (Molaren) und die Schneidezähne (Inzisiven) betrifft. Der Zahnschmelz wird dabei nicht ausreichend mineralisiert und bleibt weich und porös. Die Erkrankung entsteht während der Zahnentwicklung zwischen dem letzten Schwangerschaftsmonat und dem vierten Lebensjahr.
Der Begriff Kreidezähne beschreibt das typische Erscheinungsbild der betroffenen Zähne. Der Zahnschmelz ist so weich und porös, dass er an Kreide erinnert. Im Gegensatz zu gesundem Zahnschmelz, der die härteste Substanz im menschlichen Körper ist, kann MIH-Zahnschmelz unter normaler Belastung absplittern oder brüchig werden. Äußerlich zeigen sich die Zähne durch weiß-gelbliche bis bräunliche Verfärbungen.
MIH entsteht zwar ausschließlich während der Zahnentwicklung im Kindesalter, begleitet die Betroffenen aber ein Leben lang. Die bleibenden Zähne, die mit MIH durchbrechen, behalten diese Schmelzstörung dauerhaft. Erwachsene mit MIH haben häufig bereits restaurierte Zähne, da die betroffenen Zähne im Laufe der Jahre behandelt werden mussten. Eine frühzeitige Erkennung und Versorgung ist daher besonders wichtig.
Eine vollständige Heilung im Sinne einer Wiederherstellung des geschädigten Zahnschmelzes ist derzeit nicht möglich. Die Behandlung zielt darauf ab, die betroffenen Zähne zu schützen und zu erhalten. Fluoridlack stärkt den geschwächten Schmelz, Versiegelungen schließen die Oberfläche und Füllungen oder Kronen ersetzen verlorene Zahnsubstanz. Mit konsequenter Therapie lassen sich die Zähne in der Regel langfristig erhalten.
Bei brüchigem Zahnschmelz durch MIH ist eine engmaschige zahnärztliche Betreuung entscheidend. Professionelle Fluoridlack-Behandlungen alle drei bis sechs Monate stärken den Zahnschmelz. Zu Hause hilft zweimal tägliches Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta sowie die wöchentliche Anwendung von Fluoridgel. Zucker- und säurehaltige Speisen sollten Sie begrenzen, da sie den bereits geschwächten Zahnschmelz zusätzlich angreifen.
Jetzt Kindertarife vergleichen