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Karies bei Milchzähnen: Ursachen und Behandlung Erkennen, behandeln und vorbeugen

Jedes siebte Kind hat mit drei Jahren bereits kariöse Milchzähne. Frühe Behandlung schützt die bleibenden Zähne.

Das Wichtigste in Kürze

  • check Der Zahnschmelz von Milchzähnen ist etwa 50 Prozent dünner als bei bleibenden Zähnen, weshalb sich Karies deutlich schneller ausbreiten kann.
  • check Unbehandelte Milchzahnkaries gefährdet die bleibenden Zähne: Bakterien können die Zahnkeime schädigen und zu Fehlstellungen im Kiefer führen.
  • check Im Frühstadium lässt sich Karies bei Milchzähnen häufig ohne Bohren behandeln, etwa durch eine Fluoridlack-Behandlung beim Zahnarzt.
  • check Füllungen aus Kunststoff oder Zement sind für Kinder unter 15 Jahren eine Kassenleistung, ebenso wie vorgefertigte Stahlkronen.
Karies bei Milchzähnen: Ursachen und Behandlung
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Inhaltsverzeichnis

Warum Milchzähne so wichtig sind

Karies bei Milchzähnen gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Etwa jedes siebte Kind in Deutschland hat bereits mit drei Jahren kariöse Milchzähne. Besonders problematisch: Rund drei Viertel dieser Zähne bleiben unbehandelt.

Viele Eltern unterschätzen die Bedeutung gesunder Milchzähne. Dabei erfüllen sie wichtige Funktionen für die Sprachentwicklung, das Kauen und als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Unbehandelte Karies an Milchzähnen kann weitreichende Folgen haben, die bis ins Erwachsenenalter reichen. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Karies bei Milchzähnen erkennen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie Sie die Zähne Ihres Kindes wirksam schützen.

1. Warum ist Karies bei Milchzähnen gefährlich?

Milchzähne fallen zwar irgendwann aus, dennoch ist Karies an ihnen keineswegs harmlos. Unbehandelte Milchzahnkaries kann bleibende Schäden verursachen, die weit über das Milchgebiss hinausreichen.

Risiken für die bleibenden Zähne

Kariöse Milchzähne erhöhen das Risiko, dass auch die bleibenden Zähne von Karies betroffen werden. Die Bakterien aus den erkrankten Milchzähnen können die darunterliegenden Zahnkeime der bleibenden Zähne angreifen. In der Folge drohen Verfärbungen, Schmelzschäden oder Fehlbildungen an den nachfolgenden Zähnen.

Platzhalterfunktion und Kieferentwicklung

Milchzähne halten den Platz für die bleibenden Zähne frei. Geht ein Milchzahn durch Karies vorzeitig verloren, können die Nachbarzähne in die Lücke wandern. Das führt häufig zu Platzmangel und Fehlstellungen im bleibenden Gebiss. Oft wird dann eine kieferorthopädische Behandlung notwendig, die sich über Jahre erstrecken kann.

Auswirkungen auf Sprechen und Essen

Stark zerstörte Milchzähne beeinträchtigen das Kauen und können die Sprachentwicklung stören. Kinder mit unbehandelter Karies klagen zudem häufig über Zahnschmerzen, die den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden belasten.

2. Wie entsteht Karies bei Milchzähnen?

Karies entsteht, wenn Bakterien im Mund Zucker aus der Nahrung in Säure umwandeln. Diese Säure greift den Zahnschmelz an und löst Mineralien heraus. Bei Milchzähnen läuft dieser Prozess besonders schnell ab, weil ihr Zahnschmelz etwa 50 Prozent dünner ist als bei bleibenden Zähnen. Die Karies kann sich dadurch rascher in tiefere Zahnschichten ausbreiten.

Bakterien als Auslöser

Die kariogenen Bakterien, vor allem Streptococcus mutans, werden in der Regel von den Eltern auf das Kind übertragen. Das geschieht zum Beispiel durch das Ablecken von Schnullern oder gemeinsam genutztes Besteck. Sobald die Bakterien sich im Mund ansiedeln, bilden sie einen klebrigen Belag auf den Zähnen, den sogenannten Biofilm oder Plaque.

Nuckelflaschenkaries: Eine besondere Form

Die sogenannte Nuckelflaschenkaries, fachsprachlich Early Childhood Caries (ECC), entsteht durch häufiges und langes Trinken von zuckerhaltigen Getränken aus der Nuckelflasche. Säfte, Smoothies, gesüßte Tees oder auch Milch mit Zucker umspülen dabei die Zähne dauerhaft. Besonders die oberen Frontzähne und die ersten Milchbackenzähne sind betroffen.

Karies im Zahnzwischenraum

Bei Milchzähnen tritt Karies häufig auch in den Zahnzwischenräumen auf. Diese Stellen sind beim Zähneputzen schwer erreichbar. Sobald die Milchzähne eng beieinanderstehen, können sich Speisereste und Bakterien dort festsetzen. Regelmäßige Zahnarztbesuche helfen, Zwischenraumkaries frühzeitig zu erkennen.

3. Karies bei Milchzähnen erkennen: Erste Anzeichen

Je früher Karies erkannt wird, desto schonender lässt sie sich behandeln. Eltern können beim regelmäßigen Zähneputzen auf bestimmte Veränderungen achten.

Sichtbare Veränderungen an den Zähnen

  • Weiße oder gelbliche Flecken: Im Frühstadium zeigen sich sogenannte Kreideflecken auf der Zahnoberfläche, meist entlang des Zahnfleischrands. Sie deuten darauf hin, dass der Zahnschmelz bereits Mineralien verliert.
  • Braune Verfärbungen: Wenn die Karies fortschreitet, verfärben sich die betroffenen Stellen bräunlich. Der Zahnschmelz wird an diesen Stellen zunehmend weicher.
  • Sichtbare Löcher: In einem späteren Stadium entstehen Löcher oder Einbrüche in der Zahnoberfläche. Spätestens jetzt ist eine zahnärztliche Behandlung dringend notwendig.

Weitere Warnsignale

  • Zahnschmerzen: Das Kind reagiert empfindlich auf süße, kalte oder heiße Speisen und Getränke oder klagt über Schmerzen beim Kauen.
  • Verändertes Essverhalten: Kinder, die plötzlich nur noch auf einer Seite kauen oder bestimmte Speisen verweigern, zeigen möglicherweise Anzeichen von Zahnproblemen.
  • Geschwollenes Zahnfleisch: Rötungen oder Schwellungen am Zahnfleisch können auf eine fortgeschrittene Karies oder eine Entzündung hindeuten.

Im Frühstadium lässt sich Karies häufig ohne Bohren behandeln, etwa durch das Auftragen von Fluoridlack. Regelmäßige Zahnarztbesuche sind deshalb besonders wichtig, weil der Zahnarzt Karies oft schon erkennt, bevor sie mit bloßem Auge sichtbar ist.

4. Behandlungsmöglichkeiten: Füllung, Krone oder Ziehen?

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Karies und dem Alter des Kindes. Der Zahnarzt wählt die schonendste Methode, die den Milchzahn möglichst lange erhält.

Fluoridierung im Frühstadium

Sind nur Kreideflecken sichtbar und der Zahnschmelz noch intakt, kann eine Fluoridlack-Behandlung den Mineralverlust stoppen. Der Zahnarzt trägt einen konzentrierten Fluoridlack auf die betroffenen Stellen auf. Diese Behandlung ist schmerzfrei und erfordert kein Bohren.

Füllungen bei Milchzähnen

Hat die Karies den Zahnschmelz durchbrochen, ist eine Füllung notwendig. Bei Kindern unter 15 Jahren darf kein Amalgam mehr verwendet werden. Stattdessen setzt der Zahnarzt Kompositfüllungen (Kunststoff) oder Zement ein. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt diese Kosten vollständig.

Kinderkronen bei stark geschädigten Zähnen

Wenn die Karies den Milchzahn großflächig zerstört hat, reicht eine einfache Füllung oft nicht mehr aus. In diesem Fall kommen vorgefertigte Kinderkronen zum Einsatz. Stahlkronen sind eine Kassenleistung und schützen den Zahn bis zu seinem natürlichen Ausfall. Ästhetisch ansprechendere Varianten aus Kunststoff oder Keramik sind Privatleistungen.

Extraktion als letzter Schritt

Ist ein Milchzahn so stark zerstört, dass er nicht mehr erhalten werden kann, muss der Zahnarzt ihn ziehen. Damit die Nachbarzähne nicht in die entstandene Lücke wandern, setzt der Zahnarzt in vielen Fällen einen Lückenhalter ein. Dieser sichert den Platz für den nachrückenden bleibenden Zahn und verhindert spätere Zahnfehlstellungen.

Kindgerechte Betäubung

Für schmerzhafte Eingriffe stehen verschiedene Betäubungsmethoden zur Verfügung. Vor der örtlichen Betäubung wird ein Oberflächenanästhetikum aufgetragen, damit das Kind den Einstich kaum spürt. Ergänzend oder alternativ kann eine Lachgas-Sedierung eingesetzt werden, die beruhigend und leicht schmerzlindernd wirkt. Bei umfangreichen Sanierungen kommt in Ausnahmefällen eine Vollnarkose in Betracht.

5. Karies bei Milchzähnen vorbeugen: 5 wirksame Tipps

Karies bei Milchzähnen lässt sich in den meisten Fällen vermeiden. Die folgenden fünf Maßnahmen bilden die Grundlage für gesunde Kinderzähne.

1. Zahnpflege ab dem ersten Zahn

Sobald der erste Milchzahn durchbricht, sollten Eltern mit dem Zähneputzen beginnen. Bis zum zweiten Geburtstag genügt eine reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid, zweimal täglich. Danach wird die Menge auf erbsengroß erhöht. Ab dem sechsten Lebensjahr empfehlen Zahnärzte eine Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid.

2. Nuckelflasche richtig nutzen

Geben Sie Ihrem Kind keine zuckerhaltigen Getränke in der Nuckelflasche. Wasser und ungesüßter Tee sind die beste Wahl. Gewöhnen Sie Ihr Kind ab dem ersten Geburtstag an das Trinken aus einem Becher, um den dauerhaften Kontakt der Zähne mit Flüssigkeiten zu reduzieren.

3. Zuckerarme Ernährung

Nicht die Menge an Zucker ist entscheidend, sondern die Häufigkeit des Kontakts. Beschränken Sie süße Snacks und Getränke auf die Hauptmahlzeiten. Zwischen den Mahlzeiten braucht der Speichel Zeit, um den Zahnschmelz zu remineralisieren.

4. Regelmäßige Zahnarztbesuche

Kinder sollten ab dem Durchbruch des ersten Zahns regelmäßig zur Früherkennungsuntersuchung gehen. Kleinkinder bis zum vollendeten 33. Lebensmonat haben zudem Anspruch auf eine Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack, zweimal pro Kalenderhalbjahr. Diese Leistung übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.

5. Zahnzwischenräume nicht vergessen

Sobald die Milchzähne eng beieinanderstehen, können Speisereste in den Zahnzwischenräumen hängenbleiben. Spezielle Kinderzahnseide oder Interdentalbürsten helfen, diese Stellen sauber zu halten. Der Zahnarzt kann Ihnen zeigen, wie Sie die Zahnzwischenraumpflege bei Ihrem Kind am besten umsetzen.

6. Fazit: Milchzähne schützen lohnt sich

Karies bei Milchzähnen ist weit verbreitet, aber vermeidbar. Mit konsequenter Zahnpflege ab dem ersten Zahn, einer zuckerarmen Ernährung und regelmäßigen Zahnarztbesuchen legen Sie den Grundstein für gesunde Zähne, die ein Leben lang halten.

Wenn Sie erste Anzeichen wie weiße Flecken oder Verfärbungen bemerken, sollten Sie zeitnah einen Zahnarzt aufsuchen. Im Frühstadium lässt sich Karies bei Milchzähnen häufig ohne Bohren behandeln. So ersparen Sie Ihrem Kind aufwändige Eingriffe und schützen gleichzeitig die bleibenden Zähne vor Folgeschäden.

7. Häufige Fragen zu Karies bei Milchzähnen

Karies entsteht, wenn Bakterien im Mund Zucker aus der Nahrung in Säure umwandeln und diese den Zahnschmelz angreift. Bei Kleinkindern ist der Zahnschmelz der Milchzähne etwa 50 Prozent dünner als bei bleibenden Zähnen, weshalb sich Karies schneller ausbreiten kann. Häufige Ursachen sind zuckerhaltige Getränke aus der Nuckelflasche und die Übertragung von Kariesbakterien durch Eltern, etwa beim Ablecken von Schnullern.
Karies bei Milchzähnen sollte in der Regel behandelt werden. Unbehandelt kann sie sich auf tiefere Zahnschichten ausbreiten und Schmerzen verursachen. Zudem können die Bakterien die Zahnkeime der bleibenden Zähne schädigen und zu Verfärbungen oder Fehlbildungen führen. Geht ein Milchzahn vorzeitig verloren, drohen Zahnfehlstellungen im bleibenden Gebiss, die eine kieferorthopädische Behandlung erfordern können.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Im Frühstadium kann eine Fluoridlack-Behandlung den Zahnschmelz remineralisieren, ganz ohne Bohren. Bei fortgeschrittener Karies setzt der Zahnarzt Kompositfüllungen oder Zement ein. Ist der Zahn großflächig geschädigt, kommen Kinderkronen zum Einsatz. In seltenen Fällen muss ein nicht mehr erhaltbarer Milchzahn gezogen werden, wobei anschließend häufig ein Lückenhalter eingesetzt wird.
Beginnen Sie mit dem Zähneputzen ab dem ersten Milchzahn, zweimal täglich mit fluoridierter Kinderzahnpasta. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke in der Nuckelflasche und beschränken Sie süße Snacks auf die Hauptmahlzeiten. Nutzen Sie die kostenlosen Früherkennungsuntersuchungen beim Zahnarzt und die Fluoridlack-Behandlung, auf die Kleinkinder bis zum 33. Lebensmonat Anspruch haben. Reinigen Sie auch die Zahnzwischenräume, sobald die Milchzähne eng beieinanderstehen.
Karies kann bereits ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns auftreten, in der Regel ab dem sechsten Lebensmonat. Von frühkindlicher Karies spricht man bei Kindern unter sechs Jahren. Etwa jedes siebte Kind in Deutschland hat mit drei Jahren bereits kariöse Milchzähne. Besonders gefährdet sind Kinder, die häufig zuckerhaltige Getränke aus der Nuckelflasche trinken.
Milchzähne haben eine wichtige Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne. Gehen sie vorzeitig verloren, können Nachbarzähne in die Lücke wandern und die Entwicklung des Kiefers stören. Außerdem erhöht unbehandelte Milchzahnkaries das Kariesrisiko für die bleibenden Zähne deutlich. Gesunde Milchzähne sind zudem wichtig für die Sprachentwicklung und das Kauen.
Bei Kindern wird die Behandlung möglichst schonend gestaltet. Vor einer örtlichen Betäubung trägt der Zahnarzt ein Oberflächenanästhetikum auf die Einstichstelle auf, damit das Kind den Nadelstich kaum spürt. Als Alternative oder Ergänzung steht die Lachgas-Sedierung zur Verfügung, die beruhigend und leicht schmerzlindernd wirkt, ohne Herz oder Kreislauf zu belasten. Bei umfangreichen Sanierungen kann in Ausnahmefällen eine Vollnarkose in Betracht kommen.
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