4,9 auf Google

Zahnstein: wie entsteht er und wie wird er entfernt? Von Plaque zu hartem Belag

Zahnstein bildet sich in 48 Stunden aus Plaque – nur professionell entfernbar, tägliche Pflege ist beste Prävention

Das Wichtigste in Kürze

  • check Zahnstein entsteht wenn Plaque nicht rechtzeitig entfernt wird und durch Speichelmineralien innerhalb von 48–72 Stunden verhärtet.
  • check Die raue Oberfläche von Zahnstein bietet Bakterien idealen Nährboden für Karies und Zahnfleischentzündungen.
  • check Zahnstein kann nur durch professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt entfernt werden – Hausmittel sind wirkungslos.
  • check Die GKV übernimmt einmal jährlich die Kosten für eine Zahnsteinentfernung.
  • check Zweimal täglich Zähneputzen und Interdentalbürsten verhindern, dass Plaque sich überhaupt verhärten kann.
Zahnstein: wie entsteht er und wie wird er entfernt?
Privadent Logo

Ihr unabhängiger Versicherungsvergleich

Über 150 Tarife im Vergleich

allianz Logo
astra Logo
barmenia Logo
bayerische Logo
concordia Logo
dfv Logo
dkv Logo
gothaer Logo
hm-logo Logo
janitos Logo
lkh Logo
mv Logo
nuernberger Logo
sdk Logo
stuttgarter Logo
ukv Logo
vigo Logo
vkb Logo
ww Logo

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Zahnstein – und warum wird er gefährlich?

Zahnstein ist mineralisierter Zahnbelag (Plaque), der sich an den Zähnen festsetzt und nur professionell entfernt werden kann. Obwohl er selbst keine Schmerzen verursacht, erhöht er das Risiko für Karies und Zahnfleischerkrankungen erheblich.

Die wichtigsten Fakten:

  • Entstehung: Plaque verhärtet innerhalb von 48–72 Stunden zu Zahnstein.
  • Erscheinungsbild: Anfangs gelblich-weiß, später bräunlich oder schwarz (bei Rauchern).
  • Risiken: Karies, Gingivitis, Parodontitis, Mundgeruch.
  • Entfernung: Nur durch den Zahnarzt möglich – Hausmittel sind wirkungslos.
  • Kosten: Einmal jährlich von der GKV übernommen.
  • Prävention: Tägliche Mundhygiene mit Zahnbürste und Interdentalbürsten.

Regelmäßige Zahnarztbesuche und eine konsequente Mundhygiene sind der beste Schutz gegen Zahnstein und seine Folgen.

2. Wie entsteht Zahnstein?

Von Plaque zu Zahnstein

Zahnstein beginnt als weicher Zahnbelag, die sogenannte Plaque. Dieser dünne Biofilm aus Bakterien, Speiseresten und Speichel bildet sich bereits wenige Stunden nach dem Zähneputzen auf den Zahnoberflächen.

Wenn die Plaque nicht regelmäßig entfernt wird, lagern sich Mineralien aus dem Speichel ein – vor allem Kalzium und Phosphat. Dieser Prozess beginnt bereits nach 48 Stunden. Nach etwa 10 bis 14 Tagen ist die Verhärtung abgeschlossen, und der Zahnstein ist fest mit dem Zahn verbunden.

Wo bildet sich Zahnstein bevorzugt?

Zahnstein entsteht besonders häufig an Stellen, die schwer zu reinigen sind oder in der Nähe der Speicheldrüsen-Ausgänge liegen:

  • Innenseite der unteren Schneidezähne (nahe der Speicheldrüsen unter der Zunge)
  • Außenseite der oberen Backenzähne (nahe der Ohrspeicheldrüse)
  • Zahnzwischenräume
  • Zahnfleischrand
  • Unterhalb des Zahnfleischs (subgingivaler Zahnstein – besonders problematisch)

Arten von Zahnstein

Art Lage Erscheinung Risiko
Supragingivaler Zahnstein Oberhalb des Zahnfleischsaums Gelblich-weiß bis bräunlich Karies, oberflächliche Entzündungen
Subgingivaler Zahnstein Unterhalb des Zahnfleischsaums Dunkelbraun bis schwarz Parodontitis, Knochenabbau

Subgingivaler Zahnstein ist besonders gefährlich, da er von außen nicht sichtbar ist und die tieferen Strukturen des Zahnhalteapparats angreift.

3. Warum ist Zahnstein problematisch?

Zahnstein selbst verursacht keine Schmerzen – aber er schafft ideale Bedingungen für Bakterien, die ernsthafte Probleme auslösen können.

Bakterienreservoir

Die raue, poröse Oberfläche von Zahnstein bietet Bakterien perfekte Anhaftungsmöglichkeiten. Diese Bakterien produzieren Säuren und Giftstoffe, die sowohl die Zähne als auch das Zahnfleisch angreifen.

Folgeerkrankungen

  • Karies: Bakterien unter dem Zahnstein produzieren Säuren, die den Zahnschmelz angreifen.
  • Gingivitis: Das Zahnfleisch entzündet sich, wird rot, schwillt an und blutet beim Putzen.
  • Parodontitis: Unbehandelt greift die Entzündung den Zahnhalteapparat an – es droht Zahnverlust.
  • Mundgeruch: Bakterien im Zahnstein produzieren übelriechende Schwefelverbindungen.

„Zahnstein ist wie ein Dünger für schädliche Bakterien – er fördert ihr Wachstum und macht die Entfernung von Plaque noch schwieriger."

4. Professionelle Zahnsteinentfernung

Methoden der Zahnsteinentfernung

Einmal gebildet, lässt sich Zahnstein nur durch den Zahnarzt entfernen. Folgende Methoden kommen zum Einsatz:

Methode Beschreibung Vorteile
Ultraschall-Scaler Hochfrequente Vibrationen lösen den Zahnstein Schnell, effektiv, schonend
Handinstrumente (Küretten) Manuelle Entfernung mit speziellen Schabern Präzise, besonders unter dem Zahnfleisch
Air-Flow (Pulverstrahlgerät) Entfernung weicher Beläge mit Wasser-Pulver-Gemisch Sanft, gründliche Politur

Ablauf der Behandlung

Die Zahnsteinentfernung dauert in der Regel 20 bis 45 Minuten und verläuft schmerzfrei. Nach der Entfernung werden die Zahnoberflächen poliert, um neue Ablagerungen zu erschweren.

Kosten und Kassenleistungen

  • GKV-Leistung: Einmal jährlich wird die Zahnsteinentfernung von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
  • PZR: Die professionelle Zahnreinigung (80–150 €) geht über die Zahnsteinentfernung hinaus und muss meist selbst bezahlt werden.
  • Zusatzversicherung: Viele Zahnzusatzversicherungen übernehmen 1–2 PZR pro Jahr.

5. Können Hausmittel Zahnstein entfernen?

Im Internet kursieren viele Tipps zur Zahnsteinentfernung mit Hausmitteln. Die Wahrheit: Keines davon funktioniert – und manche können sogar schaden.

Warum Hausmittel nicht funktionieren

Zahnstein ist mineralisiert und fest mit dem Zahn verbunden. Diese Verbindung kann nur durch mechanische Instrumente gelöst werden. Säurehaltige Hausmittel wie Zitrone oder Essig greifen zwar den Zahnstein an – aber gleichzeitig auch den Zahnschmelz.

Hausmittel Wirkung Risiko
Backpulver/Natron Leicht abrasiv Kann Zahnschmelz abtragen
Zitronensaft Säure greift Oberfläche an Schädigt Zahnschmelz irreversibel
Essig Säure Zahnschmelzschäden, Reizung des Zahnfleischs
Ölziehen Keine Wirkung auf Zahnstein Unwirksam, aber harmlos

Fazit: Gehen Sie zum Zahnarzt, wenn Sie Zahnstein haben. Hausmittel können das Problem nicht lösen und richten möglicherweise Schaden an.

6. Zahnstein vorbeugen

Die beste Strategie gegen Zahnstein ist, seine Bildung von vornherein zu verhindern. Da Zahnstein aus verhärteter Plaque entsteht, ist konsequente Mundhygiene der Schlüssel.

Tägliche Mundhygiene

  • Zweimal täglich Zähneputzen: Mindestens 2 Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta, alle Zahnflächen erreichen.
  • Zahnzwischenräume reinigen: Täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden – hier entsteht oft der erste Zahnstein.
  • Elektrische Zahnbürste: Studien zeigen, dass elektrische Zahnbürsten Plaque effektiver entfernen als Handzahnbürsten.
  • Antibakterielle Mundspülung: Kann ergänzend helfen, ersetzt aber nicht das Putzen.

Spezielle Zahnpasta gegen Zahnstein

Zahnpasten mit Pyrophosphaten können die Mineralisierung von Plaque verlangsamen. Sie verhindern nicht die Plaquebildung, aber die Verhärtung zu Zahnstein. Diese Produkte sind als „Anti-Zahnstein" oder „Tartar Control" gekennzeichnet.

Regelmäßige Zahnarztbesuche

  • Halbjährliche Kontrolluntersuchungen ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Zahnstein.
  • Professionelle Zahnreinigung (PZR) 1–2× jährlich entfernt Beläge an schwer zugänglichen Stellen.
  • Jährliche Zahnsteinentfernung als Kassenleistung nutzen.

7. Fazit

Zahnstein ist mehr als nur ein kosmetisches Problem – er ist ein Risikofaktor für Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Die wichtigsten Punkte:

  • Zahnstein entsteht aus Plaque innerhalb von 48–72 Stunden
  • Er kann nur professionell entfernt werden – Hausmittel sind wirkungslos
  • Die GKV übernimmt einmal jährlich die Zahnsteinentfernung
  • Tägliche Mundhygiene ist der beste Schutz
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche ermöglichen frühzeitige Erkennung

Eine Zahnzusatzversicherung kann die Kosten für regelmäßige professionelle Zahnreinigungen übernehmen und so langfristig die Mundgesundheit unterstützen. Achten Sie auf Tarife, die PZR explizit abdecken.

8. Häufig gestellte Fragen

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Zahnsteinentfernung einmal jährlich. Bei erhöhter Zahnsteinbildung oder Parodontitis-Risiko kann eine häufigere Entfernung (alle 3–6 Monate) sinnvoll sein. Ihr Zahnarzt kann das individuelle Intervall empfehlen.

In der Regel ist die Zahnsteinentfernung schmerzfrei. Bei empfindlichen Zähnen oder Zahnstein unterhalb des Zahnfleischs kann eine leichte Betäubung angewendet werden. Nach der Behandlung können die Zähne vorübergehend etwas empfindlicher sein.

Nein, Zahnstein kann nur durch professionelle Instrumente beim Zahnarzt entfernt werden. Versuche mit Hausmitteln oder Zahnstein-Kratzern aus dem Internet können den Zahnschmelz beschädigen oder das Zahnfleisch verletzen. Zur Vorbeugung hilft nur konsequente tägliche Mundhygiene.

Jetzt Tarife vergleichen