3. Hauptursachen: Abszess, Entzündung und Weisheitszahn
Vergleich: Zahnabszess vs. Zahnfleischentzündung vs. Weisheitszahn-Probleme
Zahnabszess und bakterielle Infektion
Ein Abszess entsteht durch eine bakterielle Infektion und führt zu einer Ansammlung von Eiter. Je nach Lage kann er gingival, periapikal oder an den parodontalen Strukturen auftreten. Typisch sind intensive, pochende Schmerzen, die in den Kiefer, das Ohr oder den Nacken ausstrahlen können.
Ein sichtbares Zeichen ist oft ein roter, eitriger Knoten auf dem Zahnfleisch. Dazu kommen Beschwerden wie ein bitterer Geschmack im Mund und eine gesteigerte Temperaturempfindlichkeit. Interessant: Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko, einen Zahnabszess zu entwickeln. Aber Vorsicht: Auch wenn die Schmerzen nachlassen, kann die Infektion weiter bestehen.
„Ein Zahnabszess heilt nicht von selbst. Der Schmerz kann aufhören, wenn die Infektion das Zahnmark abtötet... Aber die Bakterien breiten sich weiter aus und zerstören das umliegende Gewebe." – Cleveland Clinic
Während ein Abszess oft plötzlich starke Schmerzen verursacht, entwickelt sich die zugrunde liegende Entzündung meist schleichend.
Zahnfleischentzündung: Von Gingivitis zu Parodontitis
Gingivitis ist eine Zahnfleischentzündung, die durch Plaqueablagerungen bei unzureichender Mundhygiene entsteht. Ohne Behandlung kann sie in eine Parodontitis übergehen – eine Erkrankung, die das Gewebe und den Knochen, der die Zähne stützt, angreift. Typische Symptome sind geschwollenes, blutendes Zahnfleisch und ein allgemeines Krankheitsgefühl.
Risikofaktoren sind neben schlechter Mundhygiene auch Rauchen, hormonelle Schwankungen (z. B. in der Schwangerschaft) und ein geschwächtes Immunsystem. Im Gegensatz zum Abszess treten hier oft keine starken Schmerzen auf, was die Erkrankung leicht übersehbar macht. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu Zahnfleischrückgang, Mundgeruch und lockeren Zähnen kommen.
Probleme mit Weisheitszähnen
Weisheitszähne können ebenfalls erhebliche Beschwerden verursachen. Perikoronitis beschreibt die Entzündung des Zahnfleischgewebes um einen teilweise durchgebrochenen Weisheitszahn. Bei etwa 80 von 100 jungen Erwachsenen bleibt mindestens ein Weisheitszahn im Kiefer stecken, ohne vollständig durchzubrechen. Dabei bildet sich oft eine Zahnfleischfalte (Operculum), in der sich Bakterien und Essensreste ansammeln.
Die Schmerzen sind meist auf den hinteren Kieferbereich begrenzt. Typische Symptome sind starke Schmerzen beim Kauen oder Schlucken, begleitet von einer Kieferklemme (eingeschränkte Mundöffnung). Anders als bei einer allgemeinen Zahnfleischentzündung ist die Schwellung hier lokal und oft mit einer Rötung rund um den betroffenen Zahn sichtbar.