4,9 auf Google

Zahnfleischbluten: Ursachen, richtige Pflege, wann Behandlung nötig ist Gesundes Zahnfleisch blutet nicht

Von Gingivitis zu Parodontitis: Unbehandelte Entzündungen können zu Zahnverlust führen – frühes Handeln ist entscheidend

Das Wichtigste in Kürze

  • check Zahnfleischbluten ist ein Warnsignal für Entzündungen – gesundes Zahnfleisch ist hellrosa, fest und blutet nicht beim Putzen.
  • check Gingivitis ist durch gründliche Pflege heilbar, Parodontitis kann nur gestoppt, nicht rückgängig gemacht werden.
  • check Blutungen, die länger als eine Woche anhalten, Schwellungen oder lockere Zähne erfordern einen zeitnahen Zahnarztbesuch.
  • check Das Parodontal-Screening wird alle zwei Jahre von der Krankenkasse übernommen und erkennt Zahnfleischtaschen frühzeitig.
  • check Professionelle Zahnreinigungen ein- bis zweimal jährlich entfernen Zahnstein, den die Zahnbürste nicht erreichen kann.
Zahnfleischbluten: Ursachen, richtige Pflege, wann Behandlung nötig ist
Privadent Logo

Ihr unabhängiger Versicherungsvergleich

Über 150 Tarife im Vergleich

allianz Logo
astra Logo
barmenia Logo
bayerische Logo
concordia Logo
dfv Logo
dkv Logo
gothaer Logo
hm-logo Logo
janitos Logo
lkh Logo
mv Logo
nuernberger Logo
sdk Logo
stuttgarter Logo
ukv Logo
vigo Logo
vkb Logo
ww Logo

Inhaltsverzeichnis

1. Warum Zahnfleischbluten nie harmlos ist

Zahnfleischbluten ist ein Warnsignal für Entzündungen im Mundraum. Es entsteht meist durch Zahnbelag, der Bakterien enthält, die das Zahnfleisch reizen. Unbehandelt kann dies zu schwerwiegenden Problemen wie Parodontitis oder Zahnverlust führen. Gesundes Zahnfleisch blutet nicht.

Wichtige Fakten:

  • Hauptursachen: Schlechte Mundhygiene, Zahnbelag, bestimmte Medikamente, Erkrankungen wie Diabetes, Rauchen, Nährstoffmangel.
  • Symptome: Blutungen beim Zähneputzen, geschwollenes oder dunkelrotes Zahnfleisch, Zahnfleischrückgang.
  • Vorbeugung: Regelmäßiges Zähneputzen (2x täglich), Zahnseide/Interdentalbürsten, professionelle Zahnreinigung (1-2x jährlich).
  • Wann zum Zahnarzt? Wenn Blutungen länger als 7 Tage anhalten, das Zahnfleisch stark geschwollen ist oder Zähne locker werden.

Behandlung: Gingivitis kann durch gründliche Pflege und Reinigung geheilt werden. Parodontitis erfordert intensive zahnärztliche Maßnahmen wie Tiefenreinigungen oder Antibiotika. Frühzeitiges Handeln ist entscheidend, um Schäden zu vermeiden.

Tipp: Kontrollieren Sie Ihre Mundhygiene regelmäßig und nutzen Sie Vorsorgeangebote wie das Parodontal-Screening (alle 2 Jahre von der Krankenkasse abgedeckt).

2. Hauptursachen für Zahnfleischbluten

Gingivitis vs. Parodontitis: Unterschiede, Symptome und Behandlung im Vergleich

Zahnfleischbluten entsteht durch eine Kombination aus schlechter Mundhygiene, gesundheitlichen Faktoren und Lebensgewohnheiten. Schauen wir uns die Hauptursachen genauer an.

Unzureichende Mundhygiene

Die häufigste Ursache für Zahnfleischbluten ist Zahnbelag, der sich täglich bildet. Bakterien in diesem Belag setzen Toxine frei, die das Zahnfleisch reizen und Entzündungen hervorrufen. Bleibt der Belag unentfernt, verhärtet er zu Zahnstein, der nur durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden kann.

Ein Tipp: Wenn Ihre Zahnbürste nach dem Putzen rötliche Borsten zeigt, deutet das auf eine Entzündung hin. Gesundes Zahnfleisch ist fest und hellrosa, während entzündetes Zahnfleisch dunkelrot bis violett aussieht und oft weich ist.

Gingivitis vs. Parodontitis

Eine Gingivitis ist eine oberflächliche Zahnfleischentzündung, die vollständig heilbar ist, wenn rechtzeitig gehandelt wird. Mit gründlicher Mundhygiene und einer professionellen Zahnreinigung heilt sie oft innerhalb weniger Wochen ab. In Deutschland leiden etwa 95 % der Menschen an lokaler Gingivitis, und über die Hälfte der Erwachsenen hat eine Form von Zahnfleischentzündung.

Wird eine Gingivitis jedoch nicht behandelt, kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln. Dabei dringen Bakterien tiefer unter den Zahnfleischrand, verursachen Zahnfleischtaschen und schädigen das Bindegewebe sowie den Kieferknochen. Etwa 12 % der deutschen Bevölkerung sind davon betroffen. Im fortgeschrittenen Stadium können sich Zähne lockern oder ausfallen – Parodontitis ist die häufigste Ursache für Zahnverlust bei Erwachsenen.

Merkmal Gingivitis Parodontitis
Betroffener Bereich Nur Zahnfleisch Zahnfleisch, Bindegewebe, Knochen
Reversibilität Vollständig heilbar Irreversibel, nur aufhaltbar
Hauptsymptome Rötung, Schwellung, Blutungen Zahnfleischrückgang, lockere Zähne, Eiter
Schmerzen Meist schmerzfrei Oft schmerzfrei, Schmerzen im Spätstadium
Röntgenbefund Kein Knochenverlust Knochenschwund, Zahnfleischtaschen ≥ 4 mm

Neben der Mundhygiene spielen auch Medikamente und gesundheitliche Faktoren eine Rolle, die wir im nächsten Abschnitt betrachten.

Medikamente und Gesundheitszustände

Einige Medikamente können Zahnfleischbluten begünstigen. Blutverdünner wie Acetylsalicylsäure (ASS/Aspirin) erhöhen die Blutungsneigung. Blutdrucksenker und Antiepileptika können Zahnfleischwucherungen verursachen, die die Reinigung erschweren. Immunsuppressiva schwächen die Abwehrkräfte gegen Bakterien, während Antihistaminika und bestimmte Antibiotika Mundtrockenheit fördern – weniger Speichel stört die Mundflora und begünstigt Entzündungen.

Auch systemische Erkrankungen wie Diabetes mellitus erhöhen das Risiko für Zahnfleischprobleme, da sie die Wundheilung verschlechtern und Infektionen fördern. Hormonelle Veränderungen – etwa während der Schwangerschaft, Pubertät oder durch Verhütungsmittel – lockern das Zahnfleischgewebe. Tatsächlich entwickeln 60 bis 70 % der Schwangeren eine sogenannte „Schwangerschaftsgingivitis". Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch HIV/AIDS, Leukämie oder Tumorerkrankungen, sind ebenfalls anfälliger für Zahnfleischerkrankungen.

Zum Schluss werfen wir einen Blick auf den Einfluss von Lebensstil und Ernährung.

Lebensstil und Ernährung

Rauchen ist ein erheblicher Risikofaktor für Zahnfleischprobleme. Nikotin verengt die Blutgefäße, wodurch Zahnfleischbluten oft ausbleibt – selbst bei schweren Entzündungen. Das kann zu einer späten Diagnose führen. Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko für Gingivitis wie Nichtraucher, und der Gewebeabbau schreitet bei ihnen schneller voran.

Auch Nährstoffmängel spielen eine Rolle. Ein Mangel an Vitamin C (Skorbut), Vitamin B, Kalzium oder Protein schwächt das Zahnfleisch und verlangsamt die Regeneration. Chronischer Stress verschärft das Problem zusätzlich, da er das Immunsystem unterdrückt und Entzündungen im Körper fördert – einschließlich des Zahnfleisches.

3. Vorbeugung und tägliche Zahnfleischpflege

Mit konsequenter Pflege lässt sich Zahnfleischbluten effektiv verhindern. Bereits kleine Änderungen in der täglichen Routine können Entzündungen vorbeugen.

Richtiges Putzen und Zahnseide

Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich für zwei bis drei Minuten – idealerweise nach den Mahlzeiten. Verwenden Sie dabei eine Zahnbürste mit weichen Borsten, um das Zahnfleisch zu schonen. Zu viel Druck kann sowohl das Zahnfleisch als auch den Zahnschmelz schädigen.

Wichtig zu wissen: Eine Zahnbürste erreicht nur etwa 70 % der Zahnoberflächen. Die restlichen 30 % – vor allem in den Zahnzwischenräumen – bleiben oft ungeputzt. Deshalb sollten Sie mindestens einmal täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden, vorzugsweise abends. Falls Ihr Zahnfleisch dabei blutet, setzen Sie die Reinigung trotzdem fort:

„Die Entzündung kann nur durch gründliche Reinigung bekämpft werden. Zahnfleischbluten hört in der Regel innerhalb einer Woche auf, sobald die Entzündung zurückgegangen ist." – Curaprox

Vergessen Sie nicht die Zungenreinigung! Ein Zungenschaber entfernt Bakterien, die sich auf der Zunge ansammeln und Entzündungen fördern können. Tauschen Sie Ihre Zahnbürste oder den Bürstenkopf alle drei bis vier Monate aus, um die Reinigungsleistung aufrechtzürhalten.

Die Wahl der richtigen Produkte spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Auswahl der Zahnpflegeprodukte

Setzen Sie auf fluoridhaltige Zahnpasta, die den Zahnschmelz stärkt und Karies vorbeugt. Antibakterielle Zahnpasten können zusätzlich die Bildung von Zahnbelag reduzieren. Vermeiden Sie jedoch „Whitening"-Zahnpasten, da sie das Zahnfleisch und den Zahnschmelz angreifen können.

Mundspülungen mit antiseptischen Wirkstoffen wie Chlorhexidin oder natürlichen Inhaltsstoffen wie Salbei und Kamille helfen, die Bakterienzahl im Mund zu senken. Achten Sie auf alkoholfreie Produkte, um ein Austrocknen der Mundschleimhaut zu verhindern. Einmal wöchentlich kann ein Fluorid-Gel zusätzlichen Schutz bieten.

Für die Zahnzwischenräume gibt es verschiedene Hilfsmittel: Gewachste Zahnseide eignet sich für enge Zwischenräume, während Interdentalbürsten bei größeren Abständen die bessere Wahl sind. Ihr Zahnarzt kann Ihnen helfen, das passende Werkzeug auszuwählen.

Zusätzlich zur täglichen Pflege ist eine professionelle Zahnreinigung unverzichtbar.

Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen

Auch bei gründlicher häuslicher Pflege bleibt Zahnstein nicht aus – und der lässt sich nur vom Zahnarzt entfernen. Deshalb ist eine professionelle Zahnreinigung (PZR) ein- bis zweimal jährlich empfehlenswert. Dabei werden sowohl harte als auch weiche Beläge entfernt, auch unterhalb des Zahnfleischrands, wo die Zahnbürste nicht hinkommt.

In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung einmal jährlich die Kosten für die Zahnsteinentfernung. Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung haben Anspruch auf eine doppelte Kostenübernahme. Für eine umfassendere Zahnreinigung müssen Sie in der Regel selbst zahlen, wobei manche Krankenkassen Zuschüsse von bis zu 40 € anbieten.

Zusätzlich zur PZR sollten Sie zweimal jährlich Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt einplanen. Eine Parodontal-Screening-Index-Messung (PSI) alle zwei Jahre hilft, Zahnfleischtaschen frühzeitig zu erkennen. Gehören Sie zu einer Risikogruppe – etwa als Raucher, Diabetiker oder Schwangere – sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt über kürzere Reinigungsintervalle sprechen.

4. Wann professionelle Behandlung nötig ist

Leichtes Bluten beim Zähneputzen mag zunächst harmlos erscheinen – doch anhaltende Warnzeichen sollten ernst genommen und zahnärztlich abgeklärt werden.

Warnsignale, auf die Sie achten sollten

Blutungen, die länger als zwei bis drei Tage anhalten, können auf eine Entzündung hinweisen, die ohne Behandlung schlimmer wird. Besonders besorgniserregend ist Zahnfleischbluten, das ohne äußeren Anlass auftritt – also nicht nur beim Zähneputzen oder der Nutzung von Zahnseide.

Ein weiteres Alarmsignal sind Farbveränderungen des Zahnfleisches. Gesundes Zahnfleisch ist hellrosa und straff. Dunkelrote, purpurfarbene oder geschwollene Stellen deuten auf eine Entzündung hin. Rückgang des Zahnfleisches und Veränderungen in der Stellung der Zähne können ein Hinweis auf fortschreitende Parodontitis sein. Viele Menschen bemerken diese Symptome erst in einem späten Stadium.

Lockere Zähne, Veränderungen beim Zusammenbeißen oder neue Lücken zwischen den Zähnen sind ebenfalls ernstzunehmende Anzeichen. Auch anhaltender Mundgeruch, ein schlechter Geschmack im Mund oder Schmerzen beim Kauen sollten nicht ignoriert werden. Sichtbarer Eiter am Zahnfleischrand weist auf eine fortgeschrittene Entzündung hin, die dringend behandelt werden muss.

Wichtig: Parodontitis verursacht oft erst in fortgeschrittenen Stadien Schmerzen. Warten Sie daher nicht, bis Beschwerden auftreten, um aktiv zu werden. Sollten Sie eines dieser Symptome bemerken, ist eine gründliche Untersuchung und Behandlung durch den Zahnarzt entscheidend.

Diagnose- und Behandlungsmethoden

Zahnärzte verfügen über spezialisierte Methoden, um den Zustand des Zahnfleisches zu beurteilen und gezielte Behandlungen einzuleiten. Zu Beginn erfolgt eine visuelle Untersuchung, bei der Rötungen, Schwellungen sowie Zahnbelag und Zahnstein geprüft werden. Mithilfe einer Parodontalsonde misst der Zahnarzt die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Normale Werte liegen zwischen 1 und 3 Millimetern; Taschen ab 4 Millimetern erfordern eine Behandlung.

Ein systematischer Überblick wird durch den Parodontalen Screening-Index (PSI) ermöglicht. Dieses Verfahren, das alle zwei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, erkennt Blutungen, Zahnstein und Zahnfleischrückgang. Ergänzend können Röntgenaufnahmen eingesetzt werden, um festzustellen, ob die Entzündung bereits den Kieferknochen geschädigt hat – ein häufiges Merkmal fortgeschrittener Parodontitis, von der etwa 12 % der Deutschen betroffen sind.

Diagnoseverfahren Zweck Wichtige Indikatoren
Parodontalsonde Taschentiefe messen Taschen ≥ 4 mm deuten auf Parodontitis hin
Röntgenaufnahmen Knochengesundheit prüfen Knochenverlust oder Kieferabbau erkennen
PSI-Screening Allgemeine Gesundheitskontrolle Blutung, Zahnstein und Rückgang feststellen

Bei einer Gingivitis, einer oberflächlichen und noch umkehrbaren Entzündung, reicht oft eine professionelle Zahnreinigung in Kombination mit verbesserter Mundhygiene aus. Parodontitis hingegen erfordert eine intensivere Behandlung, wie eine Tiefenreinigung (Scaling und Wurzelglättung) unter örtlicher Betäubung, um bakterielle Beläge unterhalb des Zahnfleischrands zu entfernen. In schwereren Fällen können Antibiotika entweder in Tablettenform oder direkt in die Zahnfleischtaschen verabreicht werden.

Manchmal sind chirurgische Eingriffe unvermeidlich. Bei der Lappenoperation wird das Zahnfleisch angehoben, um die Zahnwurzeln gründlich zu reinigen. Knochen- oder Gewebetransplantate können verloren gegangene Strukturen teilweise wiederherstellen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen, sofern eine gute Mundhygiene nachgewiesen wird und ein Antrag gestellt wurde.

5. Risiken, wenn Zahnfleischbluten ignoriert wird

Es ist nicht nur wichtig, Zahnfleischbluten vorzubeugen, sondern auch die möglichen Folgen einer unbehandelten Zahnfleischerkrankung zu verstehen. Was oft harmlos beginnt, kann sich zu ernsthaften Problemen für Zähne und die allgemeine Gesundheit entwickeln.

Von Gingivitis zu Parodontitis

Unbehandelte Gingivitis kann sich zu Parodontitis entwickeln – einer chronischen Entzündung, die zu tiefen Zahnfleischtaschen und Knochenabbau führt. Im Gegensatz zur Gingivitis ist Parodontitis nicht mehr rückgängig zu machen. Sie kann lediglich gestoppt oder verlangsamt werden.

Das Tückische: Parodontitis verursacht oft keine Schmerzen. Symptome wie freiliegende Zahnhälse, lockere Zähne oder Schmerzen beim Kauen treten häufig erst auf, wenn der Schaden schon weit fortgeschritten ist. Raucher sind besonders gefährdet, da Nikotin die Durchblutung des Zahnfleisches verringert und Blutungen maskiert. Dadurch bleiben Warnsignale aus, während sich die Erkrankung unbemerkt verschlimmert.

Doch die Folgen bleiben nicht auf den Mundraum beschränkt – die Entzündung kann sich auf den gesamten Körper auswirken.

Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit

Chronische Zahnfleischentzündungen können weitreichende Folgen für die Gesundheit haben. Bakterien und Entzündungsstoffe aus den Zahnfleischtaschen gelangen in die Blutbahn und können sich im Körper verbreiten. So gibt es nachweislich Verbindungen zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes.

„Unbehandelte Parodontitis kann auch andere chronische Erkrankungen wie Diabetes verschlimmern." – Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Besonders problematisch ist die Wechselwirkung zwischen Parodontitis und Diabetes. Rund 60 % der Erwachsenen mit Diabetes leiden auch an Parodontitis. Die Entzündung erschwert die Kontrolle des Blutzuckerspiegels, während ein schlecht eingestellter Diabetes das Risiko für Zahnfleischerkrankungen erhöht – ein Teufelskreis. Auch hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft oder Menopause, können Zahnfleischentzündungen verstärken und das Risiko für systemische Komplikationen erhöhen.

Regelmäßige Mundpflege und zahnärztliche Kontrollen sind nicht nur entscheidend für die Zahngesundheit, sondern auch für das allgemeine Wohlbefinden. Wer frühzeitig handelt und Untersuchungen wie das von den gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre übernommene PSI-Screening wahrnimmt, kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen vermeiden.

6. Kostenübernahme durch die Zahnversicherung

Die finanzielle Absicherung ist neben der Behandlung selbst ein wesentlicher Faktor. Eine Zahnzusatzversicherung kann dabei helfen, die Kosten erheblich zu reduzieren. Welche Leistungen Ihre gesetzliche Krankenversicherung (GKV) abdeckt und wo eine Zusatzversicherung sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Die GKV bietet einige grundlegende Vorsorgeleistungen:

  • Zahnärztliche Kontrolluntersuchung: Alle sechs Monate wird eine Kontrolluntersuchung übernommen.
  • Zahnsteinentfernung: Einmal jährlich wird diese Leistung bezahlt.
  • Parodontales Screening (PSI): Alle zwei Jahre haben Versicherte Anspruch auf diese Untersuchung, die Zahnfleischerkrankungen frühzeitig erkennen soll.

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) gehört jedoch nicht zu den Standardleistungen der GKV. Einige Krankenkassen bieten freiwillige Zuschüsse zwischen 40 und 60 Euro pro Jahr an. Allerdings liegen die Kosten für eine PZR-Sitzung meist zwischen 85 und 200 Euro. Wer regelmäßig, etwa zweimal jährlich, eine PZR durchführen lässt, muss den Großteil der Kosten selbst tragen.

Erstattung von Behandlungskosten

Bei einer diagnostizierten Parodontitis übernimmt die GKV die notwendige Behandlung, nachdem die Krankenkasse diese genehmigt hat. Auch die Nachsorge, bekannt als Unterstützende Parodontitistherapie, wird je nach Schweregrad für zwei Jahre (2 bis 6 Termine) abgedeckt.

Für weiterführende, moderne Behandlungsmethoden – wie Lasertherapie, DNA-Analysen oder spezielle Antibiotika – kommt die GKV nicht auf. Diese Verfahren können mehrere hundert Euro kosten. Eine Zahnzusatzversicherung kann hier Abhilfe schaffen und je nach Tarif bis zu 100 % der Kosten übernehmen. Auch hochwertiger Zahnersatz, der nach einem schwerwiegenden Zahnfleischverlust nötig wird, kann durch eine solche Versicherung abgedeckt werden.

Die passende Versicherung finden

Bei der Wahl einer Zahnzusatzversicherung sollten Sie darauf achten, dass hohe Erstattungssätze für Parodontologie und Prophylaxe enthalten sind. Viele Tarife bieten großzügige Budgets für professionelle Zahnreinigungen, oft zwei Sitzungen pro Jahr mit einer Kostenübernahme von 100 %. Plattformen wie zahn-direkt.de helfen dabei, über 150 Tarife verschiedener Anbieter zu vergleichen und den passenden Schutz für Ihre Bedürfnisse zu finden.

Hinweis: Die meisten Zahnzusatzversicherungen haben Wartezeiten von 3 bis 8 Monaten. Außerdem übernehmen sie keine Kosten für Behandlungen, die vor Vertragsabschluss empfohlen wurden. Es ist daher ratsam, eine Zusatzversicherung abzuschließen, bevor Ihr Zahnarzt eine Behandlung vorschlägt. Führen Sie zudem Ihr Bonusheft sorgfältig: Nach 10 Jahren erhöht sich der GKV-Zuschuss für Zahnersatz von 60 % auf 75 %.

7. Häufig gestellte Fragen

Gesundes Zahnfleisch ist fest, hellrosa und zeigt keine Anzeichen von Blutungen – weder beim Zähneputzen noch bei der Nutzung von Zahnseide. Sollten Sie jedoch Rötungen, Schwellungen, Blutungen oder eine erhöhte Empfindlichkeit bemerken, könnten dies Warnsignale für eine Zahnfleischentzündung wie Gingivitis oder sogar Parodontitis sein. Auch Plaque, Zahnstein oder ein Rückgang des Zahnfleischrandes können auf Probleme hindeuten.

Ein Zahnarztbesuch kann dabei helfen, den Zustand Ihres Zahnfleisches genau zu beurteilen. Besonders hilfreich ist die Messung der Zahnfleischtaschentiefe, die bei einem gesunden Gebiss normalerweise zwischen 1 und 3 Millimetern liegt. Regelmäßige Kontrolltermine sind entscheidend, um Zahnfleischerkrankungen frühzeitig zu erkennen und effektiv behandeln zu können.

Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit des Zahnfleisches. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, kann das Zahnfleisch stärken und Entzündungen vorbeugen. Besonders wichtig ist hier Vitamin C, da es nicht nur die Abwehrkräfte des Zahnfleisches unterstützt, sondern auch die Heilung von gereiztem oder entzündetem Gewebe fördert.

Auf der anderen Seite sollte der Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln und stark kohlenhydratreichen Speisen eingeschränkt werden. Diese fördern das Wachstum schädlicher Bakterien, die Plaque bilden und Zahnfleischprobleme begünstigen können.

Kurz gesagt: Eine gesunde Ernährung hilft nicht nur dem gesamten Körper, sondern ist auch ein wirksames Mittel, um Zahnfleischbluten vorzubeugen und die Mundgesundheit zu erhalten.

Zahnfleischbluten sollte nicht ignoriert werden, vor allem, wenn es regelmäßig auftritt, länger anhält oder mit anderen Beschwerden wie Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Zahnfleischrückgang einhergeht. Diese Symptome können auf ernsthafte Probleme mit Ihrem Zahnfleisch hinweisen.

Häufig ist Zahnfleischbluten ein erstes Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Ohne Behandlung kann sich diese zu einer Parodontitis entwickeln – einer schwereren Erkrankung, die das Zahnfleisch und die darunterliegenden Strukturen angreift. Im schlimmsten Fall kann dies sogar zu Zahnverlust führen.

Sollte sich das Bluten trotz verbesserter Mundhygiene nicht bessern, ist es wichtig, einen Zahnarzt aufzusuchen. Eine professionelle Untersuchung hilft, die genaue Ursache zu ermitteln und eine passende Behandlung einzuleiten.

Warten Sie nicht zu lange – frühzeitige Hilfe kann entscheidend sein, um Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch gesund zu halten.

Jetzt Tarife vergleichen