2. Arten der Unterfütterung
Je nach Anpassungsbedarf können Sie zwischen einer kurzfristigen und einer dauerhaften Unterfütterung wählen. Beide Varianten unterscheiden sich hinsichtlich Material, Haltbarkeit und Einsatzgebiet. Im Folgenden werden die Unterschiede und Besonderheiten beider Optionen näher beschrieben.
Provisorische vs. dauerhafte Unterfütterung
Provisorische Unterfütterungen werden direkt in der Zahnarztpraxis durchgeführt und dienen als schnelle Lösung, um akute Beschwerden zu lindern. Sie kommen häufig in Übergangsphasen zum Einsatz, etwa nach Zahnextraktionen oder Implantationen, und begleiten die Heilungsphase, die in der Regel drei bis sechs Monate dauert. Diese Methode ermöglicht eine rasche Anpassung innerhalb eines einzigen Termins.
Dauerhafte Unterfütterungen hingegen sind notwendig, wenn der Kieferknochen durch Atrophie geschrumpft ist und die Prothese ihren Halt verloren hat. Sobald sich die Kieferform stabilisiert hat, wird diese Methode angewandt, um die volle Kaufunktion und Sprachqualität wiederherzustellen. Die Anfertigung erfolgt meist in einem zahntechnischen Labor und erfordert mindestens zwei Termine. Dafür bieten dauerhafte Unterfütterungen eine präzisere Passform und langfristige Stabilität.
Unterfütterungsmaterialien
Die Materialwahl spielt eine entscheidende Rolle für den Tragekomfort und die Lebensdauer der Unterfütterung. Harte Materialien, wie Acrylkunststoff (PMMA), ähneln dem ursprünglichen Prothesenmaterial und bieten eine langlebige und pflegeleichte Lösung. Sie können mehrere Jahre halten, erfordern jedoch eine exakte Anpassung, um Druckstellen zu vermeiden.
Weiche Materialien, wie Silikone oder spezielle Polymere, sind ideal für empfindliches Zahnfleisch oder bei chronischen Druckstellen. Sie wirken wie ein Polster zwischen Prothese und Kiefer und sorgen für sofortigen Komfort. Thermoplastische Gele, die oft für temporäre Anwendungen genutzt werden, erzeugen zusätzlich einen "Saugnapfeffekt". Allerdings ist die Haltbarkeit weicher Materialien begrenzt: Temporäre Gele müssen aus hygienischen Gründen bereits nach sieben Tagen ersetzt werden, während dauerhafte weiche Unterfütterungen etwa ein bis zwei Jahre halten.
"Kunststoffe, die Phthalate enthalten, können in der Zahnmedizin für bestimmte Anwendungen verwendet werden, wie... zum Unterfüttern von Prothesen, aber es wird angenommen, dass solche 'weichen' Materialien nur begrenzt für langfristige kieferorthopädische Arbeiten geeignet sind." - Europäische Union (via Lingüe)